Unternehmensklimabilanz

12. August 2021 Unternehmen

Wir sind uns bewusst, welche Rolle Food-Systeme in der Klimakrise spielen, denn sie sind allein schon für ca. ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich [1]. Aus diesem Grund möchten wir als Lieferant von Lebensmitteln sicherstellen, dass die verursachten CO2-Emissionen aus unseren Dienstleistungen am Standort Bremen gering gehalten werden. Wir behalten unsere CO2-Ausstöße im Auge und reduzieren sie nach Möglichkeit. Dennoch anfallende Emissionen kompensieren wir, indem wir ein Gold Standard zertifiziertes Klimaschutzprojekt in Peru unterstützen: Das Qori Q’oncha Projekt. Es bietet Lösungen für saubere und effiziente Kochöfen.

Die Klimakrise ist zu einem kritischen und globalen Thema geworden. Das sich ändernde Klima wird in den nächsten Jahrzehnten eine Vielzahl von wirtschaftlichen und sozialen Risiken mit sich bringen. Als Unternehmen, das auf die Ressourcen der Erde angewiesen ist - um uns mit Lebensmitteln zu versorgen, die wir unseren Kunden kontinuierlich liefern - ist es unerlässlich, dass wir uns durch sorgfältige Selbstbeobachtung der Auswirkungen unseres Geschäfts auf die Umwelt bewusst werden.

Wie haben wir die Klimaauswirkungen unseres Standortes berechnet?

In diesem Zusammenhang haben wir die Berechnung unseres Unternehmens-CO2-Fußabdruck (Corporate Carbon Footprint (CCF)) für das Jahr 2020 ins Leben gerufen. Wir haben für die Berechnung die Firma ClimatePartner engagiert. ClimatePartners Modell für die CO2-Bilanz basiert auf dem „Greenhouse Gas Protocol Corporate Accounting and Reporting Standard (GHG Protocol)“. Das ist ein international anerkannter Standard zur Berechnung der CO2-Emissionen. Neben Daten aus langjähriger Zusammenarbeit mit Unternehmen, verwendet ClimatePartner auch Daten aus Datenbanken wie beispielsweise ecoinvent – eine transparente, gemeinnützige Gesellschaft, die von diversen Instituten der ETH Zürich und Agroscope gegründet wurde und vom ifu (Institut für Umwelttechnik) Hamburg technisch (Software) unterstützt wird.

Was ist in dieser Berechnung alles enthalten?

Wärme und Stromverbrauch unseres Büros: Da wir nicht selbst produzieren, können wir unseren Verbrauch im Vergleich zu anderen Emissionen gering halten. 23 Prozent unserer Emissionen werden durch die Wärmeerzeugung unserer Büros verursacht. Unser Stromverbrauch hingegen macht nur 4 Prozent aus.

Mitarbeitendenmobilität: Aspekte wie Anfahrt, Geschäftsreisen und Fuhrpark wurden ebenfalls berücksichtigt. Die Anfahrt der Mitarbeitenden gilt als Haupttreiber der Emissionen in unserer Unternehmensbilanz und ist mit rund 33 Prozent der bedeutendste Emittent. Unser Fuhrpark verursacht etwa 15 Prozent. Emissionen bei Geschäftsreisen (Flüge, Bahnfahrten, Miet- und Privatfahrzeuge) sind für das Jahr 2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie gering und liegen bei ca. 13 Prozent.

Homeoffice: Die Pandemie hat dazu geführt, dass viele Mitarbeitende von zuhause arbeiten. Emissionen, die durch Homeoffice verursacht werden (Vorkette Wärme/Kälte, Vorkette Kraftstoffe, und Vorkette Strom) liegen zusammen bei rund 12 Prozent unserer Unternehmensbilanz.

Was nun?

Obwohl wir als Food-Importeur und den damit einhergehenden Geschäftsaktivitäten, nicht so viel CO2-Emissionen verursachen, als wären wir Lebensmittelproduzent, möchten wir unsere Klimabilanz weiter verbessern. Wir werden auf unseren bedeutendsten Emmitent (Mitarbeitendenmobilität) besonders achten. Wir geben unserem Team Anreize, emissionsarme Mobilität (z.B. Dienstrad-Leasing, Fahrrad-Spende-Aktion oder nachhaltige Reiseoptionen, wie klimaneutrale Flüge) zu nutzen. Unsere Geschäftsreisen im Jahr 2020 und 2021 wurden aufgrund der Pandemie stark reduziert. Wie viel CO2-Emissionen wir im Normalfall durch unsere Geschäftsreisen verursacht hätten, können wir nur schätzen. Außerdem werden wir ab 2022 auf Ökostrom umstellen und damit diese CO2-Emissionen fast auf null reduzieren.

Aber was machen wir nun mit den CO2-Emissionen, die wir im Jahr 2020 verursacht haben?

Unser Ziel ist es, dass die Emissionsmenge bei unserer nächsten Unternehmensbilanz niedriger wird. Bis dahin haben wir uns entschieden, unsere gesamten CO2-Ausstöße auszugleichen und dadurch Klimaneutralität für unser Unternehmen zu schaffen. Dies erreichen wir durch die Unterstützung eines Gold Standard zertifizierten Klimaschutzprojekts in Peru.

Qori Q’oncha – Klimaschutzprojekt: Saubere Kochöfen, Landesweit in Peru

Quelle: Saubere Kochöfen, Landesweit, Peru, climatepartner.com/1063
Quelle: Saubere Kochöfen, Landesweit, Peru, climatepartner.com/1063

Das Qori Q’oncha Projekt bietet Lösungen für saubere und effiziente Kochöfen. Es unterstützt Familien in armen, ländlichen Gebieten Perus und war das erste Programme of Activities (PoA), das nach Gold Standard zertifiziert wurde. Saubere Kochöfen sind einfache Vorrichtungen aus Metall oder Ton, die Energie effizienter nutzen. Die Familien sparen damit circa 60 Prozent Brennstoffe und verringern damit auch ihre CO2-Emissionen. Ein Kochofen aus dem Projekt spart pro Jahr im Durchschnitt 8,3 Tonnen CO2 ein.



Erfahren Sie mehr über das Qori Q’oncha Projekt hier.
Mehr zu unserer Klimaneutralität und ClimatePartner finden Sie hier.

[1] Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO), „Food systems account for more than one third of global greenhouse gas emissions“, 09. März 2021.



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