Marktbericht Dezember 2019

Die allgemeine Marktlage

Die Ernteergebnisse des ablaufenden Jahres erlauben eine weitgehend gute Rohwarenversorgung, allerdings mit einigen wichtigen Ausnahmen. Die Seefrachten ziehen deutlich an, u.a. wegen der weltweiten Einführung von Low-Sulphur-Fuel-Oil (LSFO) mit nur max. 0,5% Schwefel (IMO 2020), ein bedeutender Schritt der internationalen Schifffahrt zur Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks. Aspekte der Nachhaltigkeit entlang der ganzen Wertschöpfungskette gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Hinweise und Empfehlungen

Thunfisch: Skipjack notiert so niedrig wie zuletzt 2009! Bangkok zahlt seit November ca. USD 900/t, Manta folgt dem Markt etwa USD 200/t darüber. Gute Fänge im Pazifik, trotz Fangbeschränkungen, sind ursächlich. Wir sehen das Tal erreicht, es mehren sich die Anzeichen für eine langsame Erholung zum Jahresanfang. FAD–free Fisch aus EU zollfreiem Ursprung (insb. Philippinen und Ecuador) ist begrenzt und hier werden viele Fischtrawler Jahreszeit bedingt in den nächsten Wochen nicht auslaufen. Die Nachfrage nach MSC zertifiziertem Fisch steigt bei einem Preisaufschlag von mehr als 20 %. Wir raten jetzt Thunfisch für das ganze nächste Jahr zu decken.

Ananas: Eigentlich sind dies die Hauptmonate der Winterernte in Thailand, aber es steht nur etwa die Hälfte der täglich ca. 8.000 tons zur Verfügung, mit denen sonst für eine gute Auslastung der Fabriken gerechnet werden kann. Thailand wird in 2019 unter 1 Mio tons bleiben, ein „historischer“ Tiefstand, in 2018 waren es noch 1,7 Mio tons. Die Krise wird weiter andauern, eine Folge des reduzierten bzw.  ernachlässigten Anbaus nach ruinös niedrigen Preisen in 2018 und zusätzlich der sehr trockenen ersten Jahreshälfte, die auch die Blüte für die nächstjährige Sommerernte beeinträchtigt hat. Der Rohwarenpreis von z.Zt. um 9 Baht/kg (ca. € -,24) wird weiter steigen, in 2016 ging es rauf bis 14 Baht/kg!. Auch Kenia meldet Versorgungsprobleme, die Philippinen und auch Indonesien hingegen produzieren nach Plan. Thailand aber ist als dominanter Ursprung nicht zu ersetzen, wir raten jetzt zumindest bis zur Jahresmitte vorzusorgen. Ananas Stücke bieten wir auch in BIO-Quaität.

Mandarinen: In Hunan und Hubei rechnet China mit deutlichen Ernteeinbußen bis zu 50% - wir konnten uns kürzlich vor Ort davon überzeugen. Weiter im Osten, in der Provinz Zhejiang, aber läuft die Ernte gut wie im Vorjahr. Sie wird noch bis Chinese New Year Ende Januar andauern. Die Lage der chinesischen Madarinenkonserven Produzenten bleibt insgesamt schwierig: steigende Kosten, Arbeitskräftemangel, Strafzölle in die USA, „anti dumping“ Aufschläge der EU…entsprechend wird kaum investiert. Auch Spanien meldet für Satsumas niedrigere Erträge als im Vorjahr, der Markt ist fest und die Versorgung, insbesondere für ganze Segmente, wird knapp werden. Wir raten dringend für 2020 jetzt zu decken!. Für einfachere Qualitäten und auch „broken segments“ kommt die Türkei in frage, auch hier tendiert das Preisniveau aber aufwärts. Peru ist unter Beobachtung, die dort verwendete Sorte Murcott allerdings ist etwas bitter und eignet sich kaum für die verarbeitende Industrie.

Datteln: Sehr guter Mengenertrag aus der Deglet Nour Ernte in Nordafrika, allerdings führte die extreme Hitze im Juli und August zu einem hohen Anteil kleiner Früchte. Preislich bleiben deshalb die großen, handelsüblichen Kategorien auf Vorjahresniveau. Wir empfehlen jetzt zu decken damit vor dem Ramadan Fastenmonat, beginnend Ende April, verladen werden kann. Wir bieten weitere Dattel-Sorten, z.B. Medjool, und ebenfalls Dattelpaste, -Püree und -Sirup. Alle Produkte führen wir in konventioneller als auch in BIO-Qualität.

Tomatenprodukte: Der Markt bleibt fest, wir meinen er wird weiter anziehen, freie Mengen für die nächsten ca. neun Monate bis zur neuen Ernte sind sehr überschaubar. Das EU-Kontingent für zubereitete Tomatenprodukte aus der Türkei, u.a. für getrocknete Tomaten, beträgt für 2020 unverändert. 8.900 Tons und wird wohl wieder in wenigen Monaten erschöpft sein, also nicht bis zur neuen Ernte reichen. Danach sind 14,4% EU-Importzoll fällig – wir beraten sie gerne um bestmöglich zu disponieren. Diverse Tomatenartikel bieten wir auch in BIO-Qualität.

Paprika/Peperoni: Das Ernteergebnis für Paprika in der Türkei war zwar normal, es gibt allerdings dort keine freien Mengen mehr. Eng bleibt es bei roten, milden Peperoni, Ägypten soll ab Mai liefern können. Für TK-Peperoni ist die Versorgung aus Peru stabil. Auch die Versorgung Kirschpaprika aus Südafrika ist bis zum Anschluss neue Ernte im Februar gesichert. Peru ist bei Pequillo und auch Jalapeños durch Schädlinge stark betroffen, unsere Partner werden erneut anbauen. Andere Ursprünge, z.B. Ägypten, Türkei und auch China tun sich schwer den Schärfegrad (Scoville) für Jalapenos zuverlässig einzuhalten.

Mais: Thailand fällt bei Maiskörnern nach Ernteausfällen in den Hauptmonaten August und September aktuell fast vollständig aus, wir haben aus anderen Ursprünge vorgesorgt. Die „anti dumping“ Strafzölle der EU für Maiskörner aus Thailand werden auch nach jetziger Überprüfung bestehen bleiben und den Import weiterhin deutlich verteuern. Die Situation für Maiskölbchen aus Thailand hat sich wieder entspannt.

Oliven: Insgesamt steigendes Preisniveau nach der kürzlich abgeschlossenen Ernte rund um das Mittelmeer. Insbesondere Griechenland (die Region Chalkidiki) aber auch Süditalien sind durch extremes Wetter (u.a. Hagel im Sommer) betroffen. Auch die Erträge in Spanien, der mit Abstand wichtigste Ursprung, liegen unter Vorjahr. Große Kaliber und typische Sorten aus Griechenland und Italien sind entsprechend teuer, Spanien aber bleibt trotz der geringeren Mengen wegen des eingebrochen USA-Geschäfts (Strafzölle) etwa auf Vorjahresniveau. Marokko hatte zwar eine gute Ernte, die Preise dort aber steigen da man nicht von USA-Strafzöllen betroffen ist und somit deutlich mehr dorthin verkauft.

Kidney Bohnen: Sehr angespannte Versorgung nach extrem schlechter Ernte in USA/Kanada (Nässe und früher Schneefall) und ebenfalls enttäuschenden Erträgen in China. Notierungen haben seit Oktober stark angezogen, Preise werden weiter steigen. Ware aus anderen Ursprüngen entspricht nicht den Qualitätsvorgaben („canning quality“) und ist zudem bzgl. Rückstände kritisch einzustufen.

Kokosmilch: noch bewegt sich der Markt nur seitwärts, auch noch für BIO-Qualitäten. Der Überfluss an Rohware aber ist verarbeitet, wir raten jetzt langfristig zu decken.

Pfeffer, grün: Die Ernte in Südindien läuft, wir rechnen mit guten Erträgen etwa wie im Vorjahr und gleichbleibendem Preisniveau. Neben Dosen und Kanistern unterschiedlicher Größe bieten wir grünen Pfeffer in Salzlake jetzt auch in 10 kg Vakuumbeuteln an. Wir bieten grünen Pfeffer auch in BIO-Qualität.

Nachhaltigkeit: Wir haben uns vorgenommen die wesentlichen Themen der Nachhaltigkeit unseres Geschäfts zu überprüfen und in unser Leistungsversprechen zu integrieren. Dieses Projekt folgt den Leitgedanken für unser Handeln, unserem „Code of Conduct“.

Stand: 19. Dezember 2019

Leitgedanken - nachhaltiges Handeln