Marktbericht Juni 2019

Die allgemeine Marktlage

Die Ernten in der nördlichen Hemisphäre haben begonnen, weitgehend nach Plan und mit guten Aussichten. Besondere Beobachtung fordert die anhaltende Trockenheit in Indien und Südostasien und auch die Türkei, wo die politische Entwicklung zu wachsender Unsicherheit führt.

Hinweise und Empfehlungen

Thunfisch: „…and down again!“. Nach USD 1.500/t für Skipjack in Bangkok noch im April liegt der Markt dort jetzt bei fast USD 1.250, Manta folgt mit ca. USD 200/t Abstand darüber. Bessere Fänge als erwartet, weltweit eher schwache Nachfrage und wohl auch ungenügende TK- Lagerkapazitäten in Bangkok führen zu dieser Entwicklung. Wer jetzt nicht zumindest bis Jahresende deckt, muss wirklich sehr besondere Gründe haben. Die kommenden Fangbeschränkungen im West- und Ostpazifik und auch der tendenziell feste Ölpreis lassen das aktuelle Preisniveau dauerhaft nicht zu.

Ananas: Die wegen der ruinös niedrigen Preise im letzten Jahr stark vernachlässigten Felder bringen bei jetzt anhaltender Trockenheit in Thailand nur minimale Erträge. Schon seit einigen Wochen erhalten die Fabriken nur knapp die Hälfte der typischen Tagesmenge – eigentlich ist dies die Hauptzeit der laufenden Sommerernte! Die Rohware liegt aktuell bei „normalen“ 8 Baht/kg und schon darüber mit weiter steigender Tendenz. Noch Mitte 2018 notierte sie unter 3 Baht/kg, selten hat dieser zyklische Markt so schnell gedreht! Eine Entspannung aus der Winterernte ab Oktober ist nur möglich, wenn der Monsun jetzt noch ausreichend Regen bringt. Wir empfehlen über das Jahresende hinaus zu decken.

Mango: Wegen Hitze und Trockenheit beginnt die Ernte verspätet, die Erträge werden schwach ausfallen. Preiserhöhungen sind angekündigt, unterschiedlich je nach Sorte, tendenziell aber gleich für Mangopulpe und Chutney. Enge Abstimmung ist jetzt für die nächsten zwölf Monate wichtig.

Kokosmilch: Noch notiert der Markt auf unverändert günstigem Niveau(konventionell und auch BIO), aber die letzte Bumper Crop ist nun weitgehend verarbeitet und wegen Trockenheit kommt weniger Rohware. Der Markt wird spätestens im Herbst anziehen, wir empfehlen jetzt langfristig zu denken.

Spargel: Das milde Wetter erlaubt einen frühen Start der Ernte in China mit guten Erträgen. Abschnitte aber bleiben knapp, insbesondere für Durchmesser < 14 mm übersteigt die Nachfrage das Angebot. Peru bietet unverändert nur unbedeutende Mengen, wir raten unbedingt jetzt zu decken und auch größere Durchmesser zu prüfen.

Tomatenprodukte: Spanien und Portugal konnten die Auspflanzungen planmäßig abschließen, Italien aber ist spät dran, bedingt durch starke Niederschläge und Kälte. Dort wurde für Rohware eine 8% Erhöhung vereinbart, und auch die Produktionskosten (Energie, Verpackung) steigen. Erste Offerten sind im Umlauf, die Preise laufen fester. Guter Anbau in der Türkei für getrocknete Tomaten, die Produzenten aber zögern anzubieten und warten die politische bzw. Währungsentwicklung ab. Wichtig: Das zollfreie EU-Kontingent für 2019 wird erschöpft sein, bevor neue Ware eintrifft; halbgetrocknete, nicht-marinierte TK-Tomaten aber bleiben zollfrei, wir beraten gern für ein maßgeschneidertes Angebot.

Paprika/Peperoni: Die schlechte letztjährige Ernte, die rapide steigende Inflation (Saatgut, Dünger, Energie, Mindestlohn) und der Wertverlust der Türkischen Lira verunsichert Bauern und Produzenten in der Türkei, alle sind vorsichtig. Bei Peperoni trifft die neue Ernte auf einen leeren Markt, jetzt muss frühzeitig und sicher kontrahiert werden, speziell rote Ware wird schnell ausverkauft sein. Der Anbau von Tomatenpaprika ist weiter rückläufig, die Versorgung wird eng, für Capia hingegen sieht es entspannter aus, es wird reichlich angebaut, auch für den lokalen Markt.

Knoblauch: In China werden gute Erträge erwartet, quantitativ und qualitativ, allerdings bei stark reduzierter Anbaufläche, deshalb auch aus neuer Ernte weiterhin festes Preisniveau. Bedarfe für TK, in Lake und dehydrierten Knoblauch bitte jetzt prüfen.

Quinoa: Die Ernte in Peru hat begonnen, Bolivien folgt Ende des Monats. Nach dem Preisverfall der letzten Jahre und anschließender Konsolidierung bleibt es bei einem engen Angebot und festem Preisniveau, zumal die Nachfrage weltweit weiter steigt. Mit unseren langjährigen Partner achten wir besonders auf Reinheit und jede Charge lassen wir auf  ückstände untersuchen. Weiß, schwarz, rot - konventionell und auch BIO - wir raten den Jahresbedarf jetzt zu decken.

Kräuter: In Europa wird jetzt geerntet! Wir bieten weiterhin ein breites Kräuter-Paket an und freuen uns auf Ihre Anfragen!

Unser BIO-Sortiment wächst stetig, eine Übersicht finden Sie hier. Wir wurden soeben von Lacon rezertifiziert.

Für weitere Information wenden Sie sich bitte an uneren Verkauf. Fragen und/oder Anregungen gerne per E-Mail.

Stand: 11. Juni 2019

BIO-Zutaten für die Lebensmittelindustrie