Marktbericht August 2018

Die allgemeine Marktlage

Nach anfänglicher Sorge wegen der andauernd nasskalten Witterung in Südeuropa hat sich die Lage dort fast normalisiert. Im Gegensatz zum Norden, wo Trockenheit zu extremen Ernteausfällen führt. Politische Eingriffe, insbesondere diverse weltweite reziproke „Strafzölle“, bringen auch den globalen Agrar- und Lebensmittelmarkt kräftig durcheinander und sorgen für große Unsicherheit – grundsätzlich, aber auch schon ganz konkret: Kidneybohnen, Mandarinorangen, Thunfisch, Oliven …

Hinweise und Empfehlungen

Thunfisch: Trotz des laufenden „FAD ban“ im Westpazifik fallen die Fischpreise in Bangkok weiter, aktuell liegt Skipjack dort unter USD 1.400/t. Auch in Manta (Ecuador), der zweite entscheidende Marktplatz, gingen die Notierungen jetzt deutlich auf USD 1.450/t zurück. Gute Fänge im Westpazifik, moderate Nachfrage und volle Kühlhäuser in Bangkok sorgen dafür. Schon im August aber sollte der Markt drehen, auch wegen der dann einsetzenden „fishing closure“ im Ostpazifik. Die Situation ist günstig, um zumindest bis Jahresende zu decken. Für die USA ist China ein bedeutender Thunfischlieferant. Hier drohen US-Strafzölle, die den Markt in Bewegung bringen würden. Unsere undefinedMSC-Zertifizierung wurde geprüft und erneuert.

Ananas: In Thailand wurde die Sommerernte abgeschlossen. Viele Fabriken haben auf Grund der ruinösen Preise frühzeitig geschlossen. Die Nachfrage ist zu sehr günstigen Konditionen weit in die Zukunft gedeckt, die Produzenten haben deshalb nur begrenzt und nur bei großen Standardartikeln auf Vorrat gepackt. Die Winterernte ab Oktober wird kleiner erwartet, Rohwarenpreise unter € -,10/kg sind für die Bauern kein Anreiz, die Felder werden vernachlässigt. Wir rechnen nur mit einer langsamen Erholung, aber der typische Zyklus setzt sich fort. Der Monsun hat Thailand erreicht und bringt ausreichend Niederschläge, ein El Niño Risiko ist nicht in Sicht.

Pfirsich: Griechenland ist mitten in der Ernte, die Fabriken arbeiten jetzt unter Volllast. Befürchtungen bzgl. Schimmelbefalls und großer Ertragseinbußen wegen starken Regenfällen im Juni sind weitgehend verflogen, es wird jetzt ein normales Ergebnis erwartet. Die Preise haben nachgegeben und sind jetzt auch im Vergleich zu den letzten Jahren günstig. China spielt für den EU-Markt weiterhin keine Rolle, zumal es dort eine schlechte Ernte gibt und die Binnennachfrage deutlich zulegt.

Aprikosen: Die Ernte in der Türkei läuft noch bis Ende des Monats. Hagel und Regen im Mai und Juni haben deutlich Schaden hinterlassen, sowohl qualitativ als auch quantitativ (ca. -30 % gegenüber 2017). Getrocknete Aprikosen guter Qualität sind knapp und die Preise (USD) haben bereits deutlich angezogen. Insbesondere leicht geschwefelte Ware für den europäischen Markt wird knapp werden, wir raten jetzt zu decken.

Tomatenprodukte: Dank des jetzt guten Wetters hat sich die Situation gedreht, in Italien wird man nun schon nächste Woche, also kaum später als normal, mit der Ernte beginnen. Auch Spanien und Portugal haben sich vom vielen Regen und den kühlen Temperaturen im Frühjahr erholt und prognostizieren jetzt eine normale Ernte. Das Preisniveau war noch und ist nun weiterhin günstig. Wir raten jetzt zu decken, noch ist die Ernte nicht eingefahren! Anders die Situation in der Türkei: starke, sehr späte Regenfälle in der wichtigen Region Manisa haben dort im Juni den Tomatenanbau ruiniert (Krankheiten). Die verbleibenden, geringen Erträge sind farblich viel zu hell und somit für getrocknete Tomaten völlig ungeeignet. Die Rohwarenpreise steigen drastisch, aktuell gibt es kein Angebot.

Paprika/Peperoni: Weiterhin gute Aussichten für Paprika aus der Türkei, die Ernte wird in der zweiten Augusthälfte starten. Die bereits laufende Peperoni-Saison (grün bereits ab Juni) hat aber ebenfalls unter dem feuchten Wetter gelitten und es ist insgesamt mit Einbußen zu rechnen. Der Bedarf für die nächsten zwölf Monate sollte jetzt gedeckt sein.

Bambus: In China unverändert günstige Rohwarenpreise und gute Versorgung; steigende Kosten für Löhne, Dosenblech, Energie aber erzwingen Preisanpassungen. Aus Thailand bieten wir auch BIO-Bambus!

Quinoa: Die Ernte in Peru hat sich weiter verspätet, erste Lieferungen werden erst Ende August ankommen. Auch dann bleibt die Versorgung wegen starker weltweiter Nachfrage angespannt. Einige Anbauregionen sind bereits nahezu ausverkauft (Ayacucho und Puno) und auch die Ernte in Arequipa im September/Oktober wird keine wesentliche Erleichterung bringen. Die Preise haben bereits um ca. 20 % angezogen, Farmer und Zwischenhändler setzen auf eine weitere Befestigung und halten Ware zurück. Wir arbeiten mit auditierten, erstklassigen Lieferanten zusammen und waren gerade wieder vor Ort. Bitte prüfen Sie ihren Bedarf und sprechen Sie uns an.

Für weitere Information wenden Sie sich bitte an uneren Verkauf. Fragen und/oder Anregungen gerne perundefined E-Mail.

Stand: 23.07.2018