Marktbericht November 2018

Die allgemeine Marktlage

Das gute Spätsommerwetter hat die Ernteergebnisse in Südeuropa weitgehend gerettet. Die Einbußen durch den nasskalten Beginn bleiben, mit Ausnahme in der Türkei, überschaubar. Dem stehen große Verluste durch Trockenheit in Nordeuropa gegenüber. Weltweit kann, aus der jetzt auslaufenden Saison in der nördlichen Hemisphäre, von einer stabilen Versorgungslage ausgegangen werden.

Hinweise und Empfehlungen

Thunfisch: Nach einem ungewöhnlichen „Durchhänger“ im Juli/August erholte sich Skipjack in Bangkok schnell um ca. USD 200/t,gibt aber jetzt wieder etwas nach auf ca. USD 1.600/t. Manta bewegt sich parallel, bleibt aber darüber. Insgesamt ein durchschnittliches,„normales“ Preisniveau. Nach Ende des „FAD-ban“ im Westpazifik bleiben die Fänge bisher unbefriedigend. Bei aktuell schwacher, aber jetzt erwarteter Nachfrage (Jahreskontrakte 2019, freie Quote in die USA…) sucht der Markt nach Orientierung. „FAD-free“ Ware bleibt knapp, besonders gilt dies für Flakes.

Ananas: In Thailand läuft die Winterernte, noch ist unklar, wie weit sich die Rohwarenpreise schon erholen können. Klar ist, dass der Anbau deutlich zurückgefahren wird, die Felder vernachlässigt werden und das Rohwarenangebot also schrumpft. Aber auch die Nachfrage ist schwach, man hat sich auf extrem niedrigem Niveau langfristig eingedeckt. Gleiches gilt für Kenia und die Philippinen, es bleibt vorerst ein Käufermarkt. Vietnam bietet aus neuer Ernte TK-Ananas, Preise leicht rückläufig. Aus zuverlässiger Quelle führen wir auch BIO-Ananas-Stücke.

Mandarinen: China erwartet in Hunan und Hubei eine gute, in der wichtigen Provinz Zhejiang aber eine kleine Ernte, die schon Ende Januar wegen des frühen Chinesischen Neujahrsfestes zu Ende gehen wird. Der Mangel an Arbeitskräften in den Plantagen und Fabriken bleibt ein großes Problem, teilweise stellt auch China nun um auf maschinelle Schälung. Preise liegen auf Vorjahresniveau, resultierend aus: „Strafzölle“ der USA, schwächerer Renminbi-Yuan, höhere Kosten für Löhne/Zucker/Verpackungen. Gute Ernteerwartung in Spanien, aber überschaubare Mengen von nur noch zwei Konservenfabriken, Preise auf Vorjahresniveau.

Tomatenprodukte: Gute Qualität (hohe Brix und Farbwerte) dank sehr guter Bedingungen in den Sommermonaten in Portugal/Spanien/Italien. Das extrem nasse und kalte Frühjahr aber bringt Erträge unter dem Vorjahr. Auch weltweit wieder weniger Menge, im dritten Jahr in Folge (2018: 34,8 Mio t versus 2015: 41,4 Mio t)! Preise laufen seit September fester, anders als im Vorjahr empfehlen wir nicht zu warten, Positionen jetzt schließen! Bei getrockneten Tomaten aus der Türkei bleibt es bei einem extrem schlechten Ergebnis. Die Wetterschäden führen zu nur ca. 60 % der Menge des Vorjahres, die Versorgung bis zur nächsten Ernte ist nicht gesichert.

Paprika/Peperoni: Sehr schlechter Ernteverlauf bei Peperoni und auch Paprika (insbesondere Capia) in der Türkei. Starke Regenfälle, Hagel, gefolgt von extremer Hitze ruinierten die erste Peperoni-Pflückung und auch die zweite enttäuschte, eine dritte gab es kaum, die Ernte war Ende September bereits erledigt. Wir nutzen andere Ursprünge um auszugleichen - der Markt ist leer, Versorgung bis Sommer 2019 unbedingt sichern!

Kidney Bohnen: Ab dem 22.6. erhebt die EU 25 % Einfuhrzoll auf Hülsenfrüchte aus den USA, als Gegenmaßnahme auf die dort eingeführten „Strafzölle“. Die entsprechend teurere Rohware führt zu deutlich höheren Preisen, weiter verstärkt durch eine schlechte Ernte in China, unter der auch die Qualität leidet, „canning quality“ ist bereits extrem knapp. Äthiopien und Argentinien kommen qualitativ nur eingeschränkt in Frage. Wir rechnen mit weiter steigenden Preisen und raten dringend, den Bedarf für 2019 zu decken.

Oliven: In Spanien beginnt die Ernte ca. drei Wochen verspätet, aber die Erwartung ist deutlich besser als in den letzten Jahren. Preise kommen Anfang Dezember nach Abschätzung der Erträge und Kaliber. Marokko hat wieder eine gute Ernte, preislich etwa Vorjahresniveau, leicht nachgebend. Griechenland aber verzeichnet Ernteeinbußen von bis zu 50 %, große Kaliber sind besonders knapp.

Kapern: Normale Ernte in der Türkei und Zentralasien, Preise liegen auf Vorjahresniveau. In Marokko aber, dem wichtigen Ursprung, zeigen sich die Folgen des kalten Frühjahrs. Die Ernte startete spät und die Ausbeute ist deutlich kleiner. Bedarf jetzt decken, der Markt ist eng und es kann knapp und teuer werden.

Quinoa: Sehr knapp und teuer, und erst die neue Ernte in Peru/Bolivien (verfügbar ab ca. Juli 2019) kann für Entspannung sorgen. Für die hauptsächlich benötigten kleinen Korngrößen gibt es keine Alternative.

Tahini/Sesampaste: Die Preise ziehen weiter an, steigende Nachfrage bei knapper Versorgung von Sesamsaat aus den wesentlichen Ursprüngen in Ostafrika. Bis zum Jahresende bleibt es eng, Versorgung sichern! Preise aus neuer Ernte erwarten wir Ende November. 

Feigen, getr.: Die gute Prognose für Land-Feigen aus der Türkei wurde durch zwei Starkregenfälle in der Region Aydin ruiniert, Ertrag und Qualität wurden stark beeinträchtigt. Preise haben seitdem sehr deutlich angezogen.

Datteln, getr.: Qualität gut bis sehr gut, Gesamtertrag aus Nordafrika jedoch deutlich unter der letztjährigen Menge, bedingt durch verzögerten Erntebeginn sowie weniger Früchte am Baum. Es gibt keine Bestände, Preise leicht fester.

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Für weitere Information wenden Sie sich bitte an uneren Verkauf. Fragen und/oder Anregungen gerne perundefined E-Mail.

Stand: 06.11.2018